Blues

Tanzen mit Gefühl, Musik und Verbindung

Blues ist mehr als nur ein Tanz – Blues ist ein Dialog zwischen Musik und Bewegung, zwischen zwei Menschen und manchmal auch einfach mit sich selbst. Mal ruhig und gefühlvoll, mal rhythmisch und verspielt bietet Blues viel Raum für Individualität, Improvisation und musikalischen Ausdruck.

Die Entstehung des Blues-Tanzes

Die Wurzeln des Blues liegen in der afroamerikanischen Kultur der USA. Bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelten sich gemeinsam mit der Bluesmusik unterschiedliche Formen des sozialen Tanzens. Getanzt wurde dort, wo Menschen zusammenkamen: bei privaten Feiern und sogenannten Rent Parties, in Tanzsälen und besonders in den Juke Joints des amerikanischen Südens.

Der Tanz wurde dabei nicht nach einem festgelegten Lehrbuch erlernt. Man beobachtete andere, probierte Bewegungen aus und entwickelte seinen eigenen Stil. So entstanden über Jahrzehnte verschiedene regionale Tanzformen, die heute unter dem Begriff „Blues Dance“ oder „Blues Idiom Dance“ zusammengefasst werden.

Wie wird Blues getanzt?

Blues ist ein improvisierter Tanz und kennt deshalb keine starre Folge von Figuren. Die Tänzerinnen und Tänzer reagieren auf die Musik und aufeinander. Charakteristisch sind eine geerdete Körperhaltung, weiche Gewichtsverlagerungen, ein deutlicher Puls sowie die bewusste Interpretation von Rhythmus und Melodie.

Blues kann eng und ruhig getanzt werden, aber ebenso offen, dynamisch und verspielt. Je nach Musik entstehen ganz unterschiedliche Bewegungen und Stimmungen.

Eine der ältesten bekannten Formen ist der Slow Drag, bei dem sich das Paar meist nah und mit ruhigen, fließenden Bewegungen zur Musik bewegt. Daneben gibt es zahlreiche weitere Stilrichtungen und Ausdrucksformen – von kompakten, rhythmischen Tänzen aus der Tradition der Juke Joints bis hin zu raumgreifenderen und eleganteren Varianten.

Was macht Blues besonders?

Beim Blues steht nicht das Auswendiglernen möglichst vieler Figuren im Mittelpunkt. Viel wichtiger sind das gemeinsame Erleben der Musik, die Verbindung zum Tanzpartner und die eigene Interpretation.

Führen und Folgen werden dadurch zu einer Form der nonverbalen Kommunikation. Beide Tanzenden hören auf die Musik, reagieren aufeinander und gestalten den Tanz gemeinsam. Kein Tanz muss deshalb genauso aussehen wie der vorherige.

Gerade diese Freiheit macht Blues so faszinierend: Ein einfacher Schritt kann spannender sein als eine komplizierte Figur, wenn er genau zur Musik passt.

Die Musik

Blues kann zu sehr unterschiedlichen Stilrichtungen der Bluesmusik getanzt werden – von langsamem, getragenem Blues über klassischen Delta- oder Chicago-Blues bis hin zu jazzigeren und rhythmischeren Stücken.

Entsprechend verändert sich auch der Tanz. Eine ruhige Ballade lädt zu kleinen, intensiven Bewegungen ein, während ein schnelleres Stück mehr Energie, Rhythmus und Bewegung in den Tanz bringen kann.

Für wen ist Blues geeignet?

Blues eignet sich für alle, die Musik nicht nur hören, sondern mit dem ganzen Körper erleben möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch wer bereits andere Tänze wie West Coast Swing, Lindy Hop, Boogie-Woogie oder klassische Paartänze kennt, entdeckt im Blues eine ganz eigene Art des Tanzens.

Dabei geht es nicht um Perfektion. Es geht darum, zuzuhören, sich auf die Musik und den Tanzpartner einzulassen und Schritt für Schritt den eigenen Ausdruck zu entdecken.

Blues bedeutet: Musik fühlen, Verbindung schaffen und gemeinsam den Moment tanzen.

 

 

Zurück